Wordpress.com genutzt von Christian Henner-Fehr

Keine Kommentare

In loser Reihenfolge stellen BloggerInnen auf "Bloggen ist Vielfalt" ihre Blogsysteme vor. Neben der Liste der Blogsysteme soll dies einen persönlicheren und tieferen Eindruck von der Unterschiedlichkeit und den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten geben.

Der nachfolgende Gastbeitrag stammt von Christian Henner-Fehr.

Im Sommer 2006 begann ich mich mit dem Thema Weblogs zu beschäftigen. Im Unterschied zum deutschsprachigen Raum gab es zu dieser Zeit vor allem in den USA viele Blogs rund um das Thema Kulturmanagement. So entstand in mir der Wunsch, es auch einmal mit dem Bloggen zu versuchen. Anfangs wusste ich natürlich noch nicht, ob Bloggen überhaupt etwas für mich. Daher wollte ich den finanziellen Einsatz möglichst niedrig halten und so entschied ich mich im November 2006 für die gehostete oder webbbasierte Variante der Automattic-Blogsoftware Wordpress.

Warum gerade Wordpress.com? Beim Einstieg wusste ich natürlich noch nicht worauf es ankommt, meine Entscheidung fiel auf wp.com, weil die Seite auf mich am seriösesten wirkte und ich davon ausging, dass die zahlreichen Blogger nicht wp.com verwenden würden, wenn die Software nichts taugt. Der Einstieg war völlig unproblematisch, in knapp zehn Minuten hatte ich mich dort registriert und mein Blog inklusive der passenden Subdomain angemeldet.

Da ich als Neuling die ersten Schritte gut schaffte, empfehle ich wp.com vor allem denen, die keine Technikfreaks sind und eher gleich mit dem Schreiben beginnen möchten. Da es auch eine deutschsprachige Variante gibt, findet man sich leicht auf seinem Dashboard zurecht und wenn man mal nicht weiter weiß, sieht man einfach im deutschsprachigen Hilfeforum nach.

Natürlich ertappe ich mich manchmal dabei, neidisch zu denen hinüber zu blicken, die Wordpress auf ihrem eigenen Server hosten und auf wp.org beispielsweise jede Menge Plugins einsetzen können, denn der Gestaltungsspielraum ist bei wp.com in dieser Hinsicht nicht sehr groß. Javascript, Plugins und viele andere Tools lassen sich hier nicht einsetzen, da Automattic in dieser Hinsicht sehr restriktiv ist. Damit ist aber auch schon klar, dass wp.com nichts für Techniktüftler ist, sondern eher für inhaltlich orientierte Blogger. Das bedeutet aber auch: wer keine Ahnung davon hat, wie man eine Blogsoftware auf dem eigenen Server installiert, der wird froh sein, dass es wp.com gibt, denn nach der Registrierung des Blogs kann man sofort loslegen. Gearbeitet wird im Browserfenster, ansonsten verwende ich noch ein Fotobearbeitungsprogramm, um die Fotos, die ich in mein Blog einbaue, entsprechend komprimieren zu können.

Immer wieder wird bei solchen Blogplattformen wie wp.com oder auch anderen wie z.B. blogger.com bemängelt, dass man dort sein Blog nicht für die Suchmaschinen optimieren kann, sprich, Google findet einen nicht. Natürlich ist es richtig, dass ich das auf meinem eigenen Server liegende Blog besser „tunen“ kann, aber ob das dann wirklich was bringt, sei mal dahingestellt. Ich selbst achte auf die Verwendung der für mich relevanten Keywords und arbeite viel mit Links, was mir bei Google ein Pagerank 6 eingebracht hat, obwohl ich mit wp.com arbeite. Ansonsten interessiert mich das Thema SEO nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Datensicherheit. Das auf dem eigenen Server liegende Blog sei viel sicherer als das gehostete Blog, behaupten viele. Ich bin eher vom Gegenteil überzeugt, vor allem wenn man kein IT-Experte ist. Ich vertraue übrigens nicht nur in dieser Hinsicht einem Online-Anbieter, auch die Backup-Dateien meines PCs lagern mittlerweile online.

Natürlich habe ich im Laufe der letzten Jahre immer wieder mal verschiedene andere Angebote ausprobiert, vor allem Microblogsysteme wie Tumblr, Soup oder auch Posterous (die beiden letzteren nutze ich noch heute). Wer nur kurze Texte schreibt und ansonsten vor allem auf Fotos oder Videos setzt, ist dort wahrscheinlich besser aufgehoben, denn diese webbasierten Plattformen sind teilweise noch kinderleichter zu bedienen als wp.com.

Ein Nachteil von wp.com ist das Layout. Da ich auf wp.com nur vorgegebene Themes verwenden kann, verfüge ich nicht über ein Layout, das mein Blog einzigartig macht, sondern muss es mit den anderen teilen. Je populärer ein Layout ist, desto größer ist auch die Zahl derer, die es verwenden. Auf der anderen Seite muss ich aber zugeben, dass ich die meisten Blogs im Feedreader lese und so das Layout eh nicht sehe. Aber trotzdem: wer sein Blog passend zur eigenen Website gestalten möchte, wird auf wp.com Probleme bekommen.

Mein Fazit: bei wp.com bin ich gelandet, weil der erste Eindruck ein guter war und das Angebot nichts kostet. Die Erfahrung mit dem Angebot hat mich aber im Laufe der Jahre so überzeugt, dass es bis heute keinen Grund gibt, auf andere Plattformen umzusteigen bzw. ein Blog auf dem eigenen Server aufzusetzen.

Zur Person

Christian Henner-Fehr arbeitet als Kulturberater und betreibt das Kulturmanagement Blog.

Schreiben Sie den ersten Kommentar!